Fünf Jahrhunderte gegenüber der Kirche

Das Anwesen ist 1457 erstmals belegt, als ein Schneider es kaufte, und seither wurde hier fast durchgehend Bier ausgeschenkt. Das heutige Gebäude entstand 1748 als Vogtei von Memmelsdorf, als Amtssitz des Vogts des Hochstifts — deshalb ist es größer und förmlicher als die Bauernhäuser ringsum. Von der Straße sieht man zuerst die Kirche und dann das Haus, mit seinem Mansarddach und dem Eisturm dahinter.

Hinter dem Haus steht der Eisturm, um 1880 in Backsteingotik gebaut, mit einer offenen Galerie nahe der Spitze. Im Winter wurde Eis aus den Weihern geschnitten und darin eingelagert, im Sommer kühlte es das Bier, lange bevor die Kältemaschine das Dorf erreichte. Der Turm steht unter Denkmalschutz, das Haupthaus ebenso, beide nach dem bayerischen Denkmalschutzgesetz, und bei der Führung geht es hinauf.

Der Name kommt von den Heiligen Drei Königen, nicht von drei Kronen im Wappen. Seit vier Generationen führt die Familie Straub das Haus; seit März 2016 gehören die Kessel Isabella Mereien, geborene Straub, und Markus Mereien, die sich 2007 an der Braumeisterschule in München kennenlernten. Sie ist in diesem Haus aufgewachsen. Er nicht. Drei Kronen hängen über der Tür, und das Sudhaus arbeitet noch mit dem Kühlschiff.

Das Sudhaus

2004 wurde das alte Sudhaus ausgebaut und ersetzt. Die Familie entschied sich für eine klassische, von Hand geführte Anlage von Kaspar Schulz aus Bamberg und bestand auf dem Kühlschiff, der flachen offenen Wanne, in der die Würze über Nacht abkühlt und unerwünschte Aromen mit dem Dampf entweichen. Der erste Sud lief am 1. Dezember 2004: ein helles Bier namens Balthasar, nach einem der Heiligen Drei Könige.

Die Palette ist breit für eine Dorfbrauerei. Es gibt das 1457 Lager, das helle Helle Lotte, das Stöffla, ein Weizenbier namens Orgelweiße, ein Böckla, ein Kerwabier zur Kirchweih, ein Fastenbier in der Fastenzeit und Versuche: ein Coolship-IPA namens Nessie und ein rosa Bier, von Frauen für Frauen gebraut. Gebraut wird nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516. Das meiste geht im Haus und im Umkreis weniger Kilometer weg.

Das Stöffla ist das Bier mit der Medaille: Gold beim European Beer Star 2003 in der Klasse Rauchbier, noch mit dem alten Sudhaus. Es ist leicht rauchig statt grob, mit Spalter Aromahopfen in der Nase, und der Grund, warum man dieses Dorf kennt, wenn man Franken kennt. Auch die Orgelweiße hat eine Geschichte: Der erste Sud Anfang der 1990er bezahlte die neue Orgel der Kirche gegenüber.

Essen und schlafen

Zum Essen gibt es vier Räume: die Gute Stube, das Kachelofenzimmer mit seinem Ofen, das Terrassenzimmer und im Sommer den Biergarten. Die Küche nennt sich fränkisch-modern und meint es ernst: Braten nach dem Kochbuch der Großmutter, Fleisch von der Fränkischen Alb, Gemüse aus der Region und das eigene Bier in den Soßen. Vegetarische und vegane Gerichte stehen auf der Karte, was hier nicht selbstverständlich ist.

Oben liegen die Hotelzimmer, meist ehemalige Gesindekammern und ab 1973 der alte Malzboden. Es sind einfache Zimmer in einem Haus, das knarrt, und die Wirtsleute sagen einem, welches Fenster zur Kirche zeigt. Montag ist Ruhetag; die Küche schließt Dienstag bis Donnerstag um neun, Freitag und Samstag um halb zehn, sonntags um halb acht. Gebucht wird am besten direkt, nicht über eine Plattform.