Der Garten über dem Keller

Der Garten hat rund 350 Plätze und wird am Tisch bedient, was in Franken nicht selbstverständlich ist. Er liegt hinter dem Gasthof auf dem Grund des alten Bierkellers: drei Etagen Gewölbe im Fels, in denen das Bier lagerte und mit Eis aus den umliegenden Weihern gekühlt wurde, unter Kastanien, die noch heute Schatten geben. Die Bäume sind alt, die Bänke einfach, und das Bier kommt auf dem Tablett.

Die Aussicht ist der Grund für den Anstieg: über den grünen Hang hinauf zur Altenburg, mit den Dächern der Altstadt darunter und daneben. Es ist einer der ältesten Bierkeller Bambergs, und die Kastanien leisten oben dieselbe Arbeit — Schatten, damit das Bier den Sommer über kühl bleibt. Die Bänke stehen zur Höhe, nicht zur Stadt, und das sagt genug über die Stammgäste.

Im Winter findet auf demselben Grund von November bis Februar Eisstockschießen statt, die fränkische Variante des Curlings und ein guter Grund für den Anstieg, wenn der Garten zu ist. Der Gasthof hat 80 Plätze im alten Raum, 65 im Laurenzi und 80 im Brauereisaal, mit einer Karte von Schäuferla über Sauerbraten bis zu Innereien. Die Innereien sind hier keine Kuriosität, sondern Teil des Angebots, schlicht gekocht.

Eine Brauerei in Hausgröße

Die Brauerei kommt auf etwa 990 Hektoliter im Jahr, womit sie zu den kleinsten Bambergs gehört und das Bier im Wesentlichen ein Hausprodukt ist. Drei Biere gibt es ganzjährig: ein Lager mit 12,4 % Stammwürze und 4,9 %, ein Helles mit 11,4 % und 4,7 %, ein Kellerbier mit 12,4 % und 4,9 %, unfiltriert und trüb ausgeschenkt. Die Brauerei nennt die Werte für jedes Bier auf ihrer Website — mehr, als die meisten Brauereien preisgeben.

Das Haus wurde von Franz Friedrich von Greifenklau, einem Domherrn, Anfang des achtzehnten Jahrhunderts auf einem 1585 erstmals erwähnten Grundstück errichtet. Nach seinem Tod 1729 ging es an den Braumeister Willibald Mayer und danach durch mehrere Hände, bis Sigmund Brockard es 1914 für 38.000 Mark ersteigerte. Das Gebäude war damals stark heruntergewirtschaftet und kaum bewohnbar; bevor an Bier zu denken war, standen Renovierungen an, und gebraut wurde bis 1919 bei Riegelhof.

Vier Generationen später führt die Familie die Brauerei noch immer: Sigmund Brockard und seine Schwester Ulrike Göller, mit einem kleinen Team und ohne Ehrgeiz zu wachsen. Seit 2007 steht die vierte Generation am Kessel und in der Wirtschaft. Das Sudhaus wurde in den 1970er-Jahren im Hintergebäude neu gebaut, 2021 wurde die Technik erneut ersetzt. Unverändert ist die Rechnung: 990 Hektoliter, verkauft im Umkreis weniger Kilometer, in einer Stadt mit elf Brauereien.

Das Jahr in fünf Bieren

Das Jahr der Greifenklau lohnt Planung. Im Januar beginnt es mit kaltgehopften hellen Bockbieren, ausgeschenkt zum traditionellen „Vom Stärk' antrinken“. Im März kommt ein Roter Bock mit 16,8 % Stammwürze und 7,0 %, kupferfarben und malzig. Im Mai folgt der Greif-R, ein Lager mit Rauchnote — näher kommt diese Brauerei der Spezialität der Nachbarn nicht. September ist Märzen, November der Bockbieranstich mit einem Bock von 16,4 % und 6,9 %.

Das Ergebnis ist eine Brauerei, die die meiste Zeit des Jahres ruhig ist und in jeder Jahreszeit einen Grund zum Kommen hat. Die Biere sind nicht experimentell, sondern präzise, und die saisonalen geben den Stammgästen Stoff für Diskussionen oben auf dem Hügel. Die kleine Menge erklärt den Rest: Es gibt keinen Überschuss für den Export, und was übrig bleibt, bleibt in der Stadt. Das ist das ganze Geschäftsmodell, und es funktioniert seit 1914.