Das Dorf und der Name

Erstmals schriftlich erwähnt wird das Dorf 1544, obwohl es um eine ältere Feste herumwuchs, die noch steht, unterhalb der Georgskirche. Die Brauerei ist jünger als die Feste und älter als fast alles andere: erstmals erwähnt 1736, als die Herrschaft den Grafen von Stadion gehörte, die dem Ort seinen Maßstab gaben. Kout hat 358 Häuser, eine Post, eine Bibliothek und nicht viel mehr, und die Felder laufen in jeder Richtung in den Wald aus.

Der Name ist ein Ortswitz, wie ihn tschechische Dörfer mögen. Kout liegt im Chodsko am Rand des Český les, nicht im Nationalpark Šumava; der Všerubský-Pass wenige Kilometer westlich ist die natürliche Grenze zwischen den beiden Gebirgen. Das Dorf liegt auf 425 Metern in einer Mulde, und die Quelle, die die Brauerei immer nutzte, der Stříbrný pramen, entspringt ganz in der Nähe.

Über dem Dorf ließ Graf Stadion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Gartenpavillon bauen und gab dem Dach die Form eines Kardinalshuts. Er erinnert an die Schlacht bei Domažlice 1431, als Kardinal Giuliano Cesarini vom Feld floh und seinen Hut verlor, den die Hussiten nach Prag brachten und in der Teynkirche aufhängten. Der Pavillon heißt Klobouk, der Hut, und steht auf einem Feld nördlich des Dorfes mit Blick auf den Pass.

Eine Brauerei, die immer wieder stirbt

1838 brannte die Brauerei ab, und Graf Karl Friedrich Stadion-Thannhausen ließ sie größer wieder aufbauen. 1870 wurden die Keller unter der Kirche gegraben, dort reifte das Bier; 1933 wurde die Mälzerei, der älteste erhaltene Teil, um ein Geschoss erhöht. Nach 1948 wurde die Brauerei verstaatlicht, der letzte Sud entstand in den 1960er Jahren, dann wurden die Gebäude eine Limonadenfabrik, bis 1971 endgültig Schluss war. 1993 wurden die Kupferkessel herausgeschnitten und als Schrott verkauft.

Ján Skala kaufte die Ruine 2002 und begann mit dem Brauer Bohuslav Hlavsa von vorn. Der erste Sud entstand am 27. März 2006. Das Bier war unpasteurisiert, ohne Kohlensäurezusatz, aus tschechischem Malz und Žatecký-Hopfen, und die 12° machte das Dorf berühmt: dicht, bitter und in einer Handvoll Prager Kneipen gezapft, die sich die Mühe machten. Skala starb 2017, 2019 schloss die Brauerei, 2020 erklärte ein Gericht sie für insolvent; mehr als 123.000 Bier wurden weggeschüttet.

2025 übernahm ein neuer Eigentümer, Aleš Pech, den Hof und benannte ihn in Stadioner um, nach der Familie, die ihn gebaut hat. Der Verkauf begann am 28. Oktober 2025, das Bier wird zunächst in Partnerbrauereien gebraut, während das Sudhaus wiederhergestellt wird, und es gibt Pläne für Restaurant und Zimmer. Ob die 12° so zurückkommt, wie sie war, ist offen. Das Dorf hat solche Versprechen schon gehört, und die letzten zwei Jahrzehnte waren hart für kleine Brauereien.

Der Spaziergang und das Praktische

Vom Brauereihof ist die Kirche zwei Minuten bergauf, und die Feste steht ein paar Schritte daneben. Der Klobouk ist ein zwanzigminütiger Spaziergang nach Norden über Felder, auf einem Weg, der nach Regen zu Schlamm wird. Rýzmberk, die Ruine, die den Herren den Namen gab, ist ein längerer Fußweg oder eine kurze Fahrt, mit einem Aussichtsturm auf dem Felsen und dem ganzen Všerubský-Pass darunter.

Es gibt einen Teich, den Novodvorský rybník, mit einer 300 Jahre alten Linde am Ufer, und eine 350 Jahre alte Eiche und einen Ahorn mit 530 Zentimetern Umfang an der Straße nach Süden. Am Teich spaziert das Dorf am Sonntag, und die Bäume sind älter als jeder Brauereibesitzer des letzten Jahrhunderts. Das sind die Sehenswürdigkeiten: Bäume, ein hutförmiger Pavillon, eine Ruine, eine Kirche. Niemand kommt zum Einkaufen nach Kout, und das Dorf ist dankbar dafür.

Ohne Auto geht es nicht. Kdyně liegt drei Kilometer östlich mit Supermarkt und ein paar Kneipen; Domažlice sieben Kilometer nordwestlich mit den Restaurants, dem Museum und dem Chodsko-Dialekt auf den Schildern. Die Brauerei hat einen Laden für Flaschen, und der Hof liegt in der Nummer 2 oben im Dorf bei der Kirche. Vor der Fahrt die Öffnungszeiten prüfen: Eine Dorfbrauerei hält Dorfzeiten.